11.12.2018 | 23:28 Uhr
 
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Das ewige Gejammer über verlorene Daten (27.08.2014)
So langsam können wir es nicht mehr hören - das Wehgeschrei von verlorenen, unwiederbringlichen Daten, wie essentielle Firmen-Dateien oder emotional wichtige Familien- und Urlaubsbilder u.s.w... - sei es verursacht durch Festplattendefekte, durch Viren&Co. wie z.B. über die neueste Ransomware CTB-Locker oder Synolocker oder durch andere Unwägbarkeiten.

Das Zauberwort heisst Datensicherung! Wir wiederholen diese Aussage immerzu aber scheinbar hören sie wenige oder es ist die Bequemlichkeit, um nicht zu sagen Faulheit, die grosses Ungemach bringen kann!
Für alle bisher Unbedarften oder "Kind-in-den Brunnen-gefallen-Geschädigte" nachstehend ein kleines Konzept, wie Daten zuverlässig in einem Backup aufbewahrt werden können:
  • Das Smartphone gehört - wie andere Geräte - ebenso regelmässig gesamtheitlich gesichert, weil dort mittlerweile auch viel aufbewahrt wird. Dies geschieht am besten mit dem heimischen Rechner als Backupziel, z.B. für Android-Phones über "HoloBackup" oder "Titanium-Backup". Letzteres kann auch per Stapelverarvearbeitung regelmässig automatisiert sichern (z.B. auf die externe Speicherkarte).

  • Der Rechner bzw. die Rechner sollten regelmässig auf einem externen Medium gesichert werden, welches nicht dauerhaft mit dem Rechner verbunden ist (Ausnahme NAS*). Dies erledigt man über eine Sicherungssoftware**, die gleich ALLES (nicht nur Daten, sondern auch das Betriebssystem inkl. aller Installationen und Einstellungen sowie der Boot-Partition und alle anderen Partitionen bzw. Festplatten) per Disk-Image auf ein externes Medium wie z.B. ein NAS* (Network Attached Storage) ablegt (zu empfehlen: Buffalo-Produkte). Das NAS hat den Vorteil, über das Netzwerk von allen Rechnern erreichbar zu sein, sprich man kann den Sicherungsprozess gleich automatisieren. Z.B. Rechner eins täglich um 2 Uhr nachts, Rechner zwei täglich um 3 Uhr nachts u.s.w... Das Sicherungs-NAS darf natürlich NICHT über das Internet erreichbar sein, sondern nur aus dem lokalen Netzwerk (LAN/WLAN)!

    Die Smartphone-Sicherung (aus Punkt 1) wäre hier auch gleich mit dabei und zusätzlich auf dem NAS :-)



    *Gegen die Verschlüsselung
    eines NAS durch Ransom-Trojaner kann man sich ebenfalls zuverlässig und nachhaltig schützen: Die schreibberechtigte Netzfreigabe des NAS-Sicherungsverzeichnisses darf dem Betriebssystem selbst nicht bekannt sein (keine Speicherung dieser Netzwerk-Anmeldedaten innerhalb des OS!), d.h. die entsprechenden schreibberechtigten Verbindungsdaten (Benutzer und Passwort) sind NUR der Sicherungssoftware (z.B. Acronis) bekannt. Diese Einstellungen sind im [automatisierten] Backup-Task, der zusätzlich per Passwort geschützt sein sollte, der Sicherungssoftware zu tätigen.

    Um das NAS-Sicherunsgverzeichnis dennoch über den angemeldeten Systembenutzer einsehen zu können, kann man in Erwägung ziehen, sich zusätzlich eine schreibgeschützte Freigabe (nur Leserecht) für diesen Account über die NAS-Benutzerverwaltung anzulegen.

    Der Ransom-Trojaner kann somit überhaupt NICHT - oder, bei Anlage eines nur leseberechtigten Zusatzaccounts des angemeldeten Systembenutzers, NICHT schreibberechtigt - auf das Verzeichnis zugreifen und die Sicherungs-Dateien verschlüsseln.



    **eine Sicherungssoftware (z.B. Acronis True Image oder Symantec Backup Exec) hat den weiteren Vorteil, inkrementelle oder differentielle Sicherungen durchführen zu können, d.h. es werden nur die Veränderungen zur Vorgänger-Sicherung (inkrementell) bzw. zum Basis-Backup (differentiell) gesichert. Sprich man muss nicht jedes mal ein neues grosses Backup anlegen. So ist es möglich einen platzsparenden Sicherungsatz - z.B. über 30 oder mehr Tage -  zu erstellen (auch mehrere Sicherungssätze sind möglich, z.B. 3 x 30 Tage). Im Falle einer vorangegangenen, unentdeckten Verschlüsselung von Dateien durch Ransom-Malware, die dann mitgesichert wurde, besteht so
    (bei Aufdeckung eines Trojanerbefalls) die Möglichkeit, auf eine vorherige saubere Sicherung zurückzugreifen.

    Bei Festplatten-Komplett-Verlust wird eine neue Harddisk eingebaut und die Sicherung kann einfach wiederhergestellt werden (der Rechner wird in diesem Fall über eine bootable CD/DVD der Sicherungssoftware oder zuvor erstellten bootable USB-Stick gestartet, um die Wiederherstellung anzustossen, da das Betriebssystem ja fehlt) .

    Eine laufende inkrementelle oder differentielle Sicherung (Sicherungssatz) versetzt einen zudem in die komfortable Lage, evtl. versehentlich gelöschte Dateien aus der jeweiligen früheren Sicherung (Disk-Image) einzeln wieder holen zu können. Z.B. bemerken Sie erst nach 14 Tagen, dass Sie eine wichtige Datei gelöscht oder fälschlicherweise geändert haben...

    Des weiteren kann eine solche Sicherung auch per Passwort verschlüsselt abgelegt werden!

  • Das NAS kann kaputt gehen, gestohlen werden (Einbruch) oder inkl. der gesicherten Rechner im Brandfall nichts mehr wert sein. Deshalb ist das NAS, welche alle Sicherungen zentral hält, in regelmässigen Abständen zusätzlich noch auf einer externen Festplatte zu sichern (z.B. 1 x pro Woche oder Monat oder wie auch immer). Diese externe Festplatte ist selbstverständlich an einem anderen Ort aufzubewahren, am besten ausser Haus, bei einem Freund oder im tiefen brandgeschützten Keller...

  • Auch der Webspace zu Homepages gehört regelmässig gesichert, d.h. das Hauptverzeichnis sollte auf den heimischen Rechner heruntergeladen werden (wäre über die Image-Sicherung des Rechners auch gleich auf dem NAS). Evtl. zugrundeliegende Datenbanken (z.B. MySQL) sind ebenso zu sichern. Das kann man manuell über Tools wie z.B. phpMyAdmin oder scripteigene Features (unser CMS Damn Small Homepage CMS beherrscht das) bewerkstelligen oder über MySQLDumper automatisieren (Stichwort CronJob). MySQLDumper unterstützt - zur zusätzlichen Sicherung in einem separaten, geschützten Verzeichnis auf dem Server - auch die Zusendung des Dumps per eMail. In letzterem Fall wäre auch die DB-Sicherung gleich mit auf dem NAS über die regelmässige Image-Sicherung des heimischen Rechners.


Jetzt sollten Sie ruhig schlafen können und Erpressungstrojaner, Feuer oder Diebe sind zumindest für Ihre Daten keine Gefahr mehr. Die Aussage "Hätte ich doch..." fällt jedenfalls aus!

Last but not least: Von einer Sicherung in die Cloud (undurchsichtige Wolke) raten wir - nicht nur, wegen der meist sehr grossen Sicherungsdateien - ausdrücklich ab! Es sei denn, Sie wollen der NSA & anderen "Interessierten" Ihre Daten auf dem Silbertablett liefern. Wir sind der festen Überzeugung: There ist no place like localhost!

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