10.12.2018 | 03:51 Uhr
 
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DE-Mail bisher ein Flop (25.02.2015)
Die von der Bundesregierung ins Leben gerufene, höchst umstrittene DE-Mail zur "sicheren, vertraulichen und nachweisbaren" Kommunikation ist bisher auf der ganzen Linie erfolglos. Lediglich rund 1 Million Anwender haben einen registrierten DE-Mail-Account. Wie oft dieser genutzt wird, steht auf einem anderen Blatt - es ist davon auszugehen: so gut wie gar nicht!
Die Gründe liegen auf der Hand (Experten haben nur Spott dafür übrig):
  • DE-Mail wurde per Gesetz als sicher erklärt, ist jedoch alles andere als das. Denn eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nach wie vor nicht im Einsatz, die Übertragung ist lediglich  transportverschlüsselt (wie bei einer gewöhnlichen eMail auch). Die eMails liegen bei den Dienste-Providern (staatlich akkreditierte PRIVATE Unternehmen) in unverschlüsselter Form auf deren Server.

  • Das Verfahren ist teuer. Nur einige Dienste-Provider bieten für Privatkunden eine kostenlose Nutzung. Ansonsten kostet jede eMail rund 39 Cent. Bei der Telekom gibt es für Geschäftskunden einen Tarif, der den Versand von 1.000 DE-Mails für EUR 268,87 bietet. Für den "DE-Mail-Bullshit" soll auch noch bezahlt werden...

  • Die Registrierungsverfahren ist kompliziert und schreckt viele ab.

  • Der Bürger hat nur Nachteile: Denn die Nachweispflicht über nicht zugestellte oder versendete Behördenpost liegt beim DE-Mail-Accountinhaber und nicht bei der Behörde wie bei der "Schnecken"-Briefpost der Fall.
In unserem Beitrag "DE-Mail: Bullshit made in Germany" vom 27.04.2014) erläutern wir im Detail, warum man sich von einem DE-Mail-Account tunlichst fernhalten sollte. Auch haben wir dort den Vortrag von Linus Neumann (vom Chaos Computer Club), der seinerzeit als Sachverständiger für IT-Sicherheit im Innen- und Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages zur DE-Mail-Problematik eingesetzt war, verlinkt.
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