11.12.2018 | 23:20 Uhr
 
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Aufruf zum Boykott von WhatsApp nach Übernahme durch Facebook
(21.02.2014 Update 22.02.2014)
Es handelt sich bei WhatsApp ohnehin um eine ziemlich unausgereifte und in vielfacher Hinsicht unsichere Anwendung, um nicht zu sagen, es ist eine klassische Datenschleuder in der schwarzen Kiste. Diese nun in den Händen von Facebook zu wissen macht das Ganze nicht besser, sondern unerträglich und nicht mehr akzeptabel. Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass die Daten der WhatsApp-Nutzer auf das Übelste kommerziell missbraucht werden, denn wer etwas für 19 Milliarden US-Dollar (rd. 14 Millarden Euro!) kauft, macht das nicht aus altruistischen Gründen.
Fazit:
Denken Sie wie wir, dass Facebook den Smartphone-Benutzer komplett ausleuchten wird, müssen Sie jetzt handeln!
Auch aus Verantwortung gegenüber allen Personen, die Sie als Kontakte auf Ihrem Smartphone gespeichert haben, sollten Sie Ihren WhatsApp-Account löschen, weil bekanntermassen das komplette Telefonbuch des Geräts ausgelesen wird und Sie somit auch unbeteiligte Dritte in die Facebook-Maschinerie einschleusen.


Es gibt natürlich immer einen Plan B, sprich Alternativen zu WhatsApp, die darüberhinaus auch eine echte Point-to-Point-Verschlüsselung bieten und deshalb als "sicher"* gelten, z.B.:
  • TextSecure, allerdings nur für Android.
    Kostenlos und OpenSource, d.h. der Quellcode ist einsehbar.


  • Threema für Android und iOS.
    Leider kein OpenSource-Projekt und kostet einmalig EUR 1,60 (bzw. für jedes Update). Der Preis sollte einem aber seine eigene Sicherheit und die der anderen wert sein, sofern man nichts dagegen hat, dass es sich um eine BlackBox handelt (sprich man weiss nichts Genaues...). Aber das hat bei WhatsApp ja auch keinen gestört.

  • Telegram Messenger für Android und iOS.
    Kostenlos aber leider nur teilweise OpenSource. Durch die Unterstützung beider grossen Smartphone-OS eine gute Wahl.

  • Wickr, allerdings nur für Android.
    Kostenlos aber leider kein OpenSource-Projekt. Glaubt man den Versprechen des Projekts, ein, nach militärischem Standard gesicherte, Übertragung.
*Bei einem Smartphone von "sicher" zu sprechen - verschlüsselte Übertragung hin oder her, ist allerdings aus mehreren Gründen eine gewagte These. Grundsätzlich ist dieses Instrument nicht geeignet, um sensible Informationen zu senden oder zu empfangen. Da muss dann doch die gute alte eMail-Verschlüsselung auf einem ordentlichen Computer oder gleich steganographische Methoden herhalten.



Update 22.02.2014:
WhatsApp und Facebook erleben aktuell eine marginale Abwanderung (sicherlich nur temporär). Erstaunlicherweise sind es junge Nutzer, die tschüss sagen, vor allem auch in den USA. Gut und weiter so (wo ist der "Gefällt-mir-Button")! Allein der alternative Instant-Messenger "Threema" (siehe oben) hat Hundertausende Anmeldungen innerhalb weniger Stunden zu verzeichnen. "Telegram" (siehe oben) berichtet auf Twitter, aktuell 100 Anwender pro Sekunde neu zu registrieren, und kämpft mit seiner Serverkapazität in Europa.

tl;dr

Mark Zuckerberg hat einfach schon zu oft das Vertrauen seiner Kunden auf das Spiel gesetzt, bekommt er auch die Rechnung dafür? Hirn 2.0 anstatt Web 2.0 ist angesagt :-)
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