15.12.2018 | 22:45 Uhr
 
Aktuelles - Blog
Datenkrake Atlas von Facebook schaut ständig über die Schulter (30.09.2014)
Facebook-Mitglieder sind es gewohnt, wissentlich ausspioniert zu werden, deshalb wird sicherlich auch Atlas nicht gross für Beunruhigung in der dortigen, geschlossenen Gesellschaft sorgen, wenngleich wir meinen, dass es das sollte.
Facebooks Werbeplattform Atlas ermöglicht Werbetreibenden das geräteübergreifende Wiedererkennen einzelner Surfer, auch auf Seiten, die nicht zu Facebook gehören. Dazu muss man nur als Facebook-Nutzer erkannt werden, sei es über das dortige Einloggen oder über ähnlich eindeutigen Weg wie den Like-Button. Es ist somit egal, ob der Nutzer den Geschäfts- oder Privatrechner, das Smartphone oder den Smart-TV benutzt...
Auch kann so unterschieden werden, welcher Benutzer gerade an EINEM Gerät aktiv ist (z.B. bei einem gemeinsam genutzten Familien-Rechner).

Atlas benutzt laut Datenschutzerklärung (in diesem Zusammenhang das Wort Datenschutz zu nennen ist sehr paradox) Cookies, Pixel und ähnliche Techniken, die Facebook-ID und eindeutige Geräte Identifier (z.B. Apples Identifier for Advertising oder die Advertising-ID von Android) zum Wiedererkennen von Personen.

Atlas, sofern auf einer Website eingesetzt, hat dann Kenntnis davon, wer wann was von welchem Gerät ansurft, davor und danach aufgerufen und schliesslich was eingekauft hat, um den Werbetreibenden zu ermöglichen, zielgerichtete Werbung zu schalten. Dazu leitet Facebook bisher nur grobe demographische Daten wie Alter und Geschlecht an Atlas weiter aber wir meinen, dass es dabei sicherlich nicht bleiben wird (Facebook hat sich schon ganz andere Sachen geleistet...).
Für Browser gibt es zwar Plugins wie "NoScript" (für Firefox: sehr zu empfehlen!) oder "AdBlock" oder "DoNotTrackMe", die so etwas unterbinden können, aber für Apps & Co. sehen wir da eher schwarz.

Alles in Allem sehr bedenklich! Facebook bekommt in jedem Fall , d.h. unabhängig von der Weiterleitung der Daten an Atlas-Nutzer, die Rückmeldung. Das Benutzerprofil wird somit für Facebook und andere "Interessierte" zum noch wertvolleren Gut. Soziale Netzwerke sind, was die Weitergabe von Informationen betrifft, weniger sozial eingestellt und bisher ganz und gar nicht durch altruistische oder philanthropische Verhaltensweisen aufgefallen!

Fazit:
Facebook schaut dem Mitglied fortan zuhause, bei der Arbeit, im Urlaub
und unterwegs stets über die Schulter, ob im Browser, bei Streamingdiensten, in Apps oder Webshops, selbst bei Offline-Käufen über Kundenkarten- oder Rabattprogramme (wie Cash-Backs  u.s.w.) ist davon auszugehen, identifizierbar zu sein. Diese Daten werden weiterverkauft! Happy Tracking in der smarten Welt...
Kommentieren