29.11.2020 | 05:02 Uhr
 
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Windows 10 20H2 kommt (19.10.2020)
Das Funktionsupdate für den Herbst 2020 zu Windows 10 ist fertig und wird aktuell von den Redmondern ausgerollt.

Die Namensgebung seitens Microsoft lautet dann nicht mehr wie bisher folgerichtig auf 2009, sondern auf 20H2 (2020 | 2. Halbjahr).
Wie das neue System auf den Rechner kommt, hängt von der Vorversion ab, d.h. wurde bisher ein Windows 10 bis einschl. Version 1909 verwendet, rollt Microsoft ein klassisches Funktionsupdate aus. Hierbei wird quasi ein neues Windows installiert, weil der komplette Unterbau des Betriebssystems ausgetauscht wird und nur die Programme und Dateien erhalten bleiben. Ein solches Update dauert in Abhängigkeit der verbauten Hardware mehr oder weniger lange (30 Minuten bis mehrere Stunden). Das alte Vorgängersystem befindet sich dann im "Windows.old-Verzeichnis".



Wurde bisher ein Windows 10 Version 2004 verwendet, sieht die Sache anders aus. Denn zu dieser Version wurden in der Vergangenheit identische kumulative Updates zur damaligen Insider-Version 20H2 ausgeliefert, d.h. alle Maschinen erhielten bereits den Unterbau, also den Code für alle neuen Funktionen, wobei diese noch deaktiviert waren. Sprich das Funktionsupdate von 2004 auf 20H2 schaltet lediglich die Funktionen frei. Dafür wird nur ein kleines Update benötigt (sog. Enabler-Update). Aus diesem Grund befindet sich nach dem Upgrade auch kein "Windows.old-Verzeichnis" auf der Systempartition und die Aktualisierung erfolgt sehr schnell (lediglich Neustart erforderlich). Diese Vorgehensweise gab es bereits bei der Aktualisierung von Version 1903 auf 1909.



Es werden nun die ersten kompatiblen Geräte über das Windows-Update-Feature versorgt. Erfahrungsgemäss sollte man noch etwas warten, wenn einem das Funktionsupdate angeboten wird, um abzuwarten, ob Probleme damit bekannt werden, denn diese gab es in der Vergangenheit reichlich!

Version 20H2 erhält keine bahnbrechende Neuerungen, die wichtigsten Änderungen wie folgt:
  • Neuer Edge-Browser.

  • Überarbeitetes Startmenü: Es verzichtet auf die Hintergrundfarben bei den App-Kacheln, was ein einheitlicheres Bild ergeben soll.

  • Aktualisierungsrate (Refresh Rate, Frequenz) des aktiven Monitors lässt sich über das System einstellen, ohne in die Tiefen der Grafikkartentools einsteigen zu müssen.

  • Systemsteuerung --> System befindet sich nun direkt unter den Einstellungen.

Wünschenswert ware das Implementieren von DNS-over-HTTPs (DoH) gewesen, was leider auch in 20H2 nicht der Fall ist. Wer grossen Wert auf die verschlüsselte Kommunikation zu DNS-Servern legt, muss weiterhin auf dritte Tools ausweichen, den Browser entsprechend einstellen (z.B. Firefox) oder sich direkt den Router vornehmen (z.B. unterstützt das aktuelle Fritz!OS für die Fritz!boxen dies).
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